Die Traumahelfer*innen

Für die Durchführung der KiTrab bildet ARTeV Laienhelfer*innen in einem Traumahelfer*innen Seminar fachspezifisch aus. Die Teilnahme am Seminar setzt voraus, dass eine gute Introspektionsfähgkeit und Selbstreflexion sowie die Fähigkeit sich emphatisch einzufühlen bei den Teilnehmer*innen vorhanden ist. In dem Seminar ist ein Selbsterfahrungsanteil vorgesehen, in dem u.a. ein Screening-Fragebogen für Traumahelfer*innen eingesetzt wird, anhand dessen sich die Teilnehmer*innen mit ihren inneren Motiven für die Arbeit auseinandersetzen. Die Teilnehmenden kommen aus den Bereichen Pädagogik, Gesundheit und Medizin, aber auch engagierte Menschen aus anderen Handlungsfeldern nehmen teil. Das Seminar umfasst 16 Unterrichtseinheiten (UE) und gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Im theoretischen Teil werden Grundlagenkenntnisse zur Entstehung von Traumata und deren Folgen vermittelt sowie Hintergründe, Zahlen und Fakten zum Thema Flüchtlinge. Im praktischen Teil lernen die Teilnehmer*innen über Selbsterfahrungseinheiten die eingesetzten Methoden, sowie den Ablauf einer Gruppensitzung kennen. Die Traumahelfer*innen werden dafür sensibilisiert, mit einer nonverbalen Methode ein Kind zu begleiten und darauf vorbereitet, einen freien, geschützten Raum zuverlässig anzubieten und herzustellen. Grundlage dafür ist die wertfreie Annahme und Akzeptanz jeglicher Ausdrucks- und Verarbeitungsform traumatischer Erfahrungen des Kindes, deren Zeuge der/die Traumahelfer*in im Prozessverlauf wird. Akzeptanz und Wertfreiheit vermitteln und übertragen sich dabei insbesondere in der nonverbalen Arbeit durch Körperhaltung, Gestik und Atmung der Traumahelfer*innen und unterstützen das Kind in der Symbolisierung des erlittenen Traumas.

( ....) "eine große Wirkung hatte für mich als Laie die Selbstregulation, die wir vermittelt bekommen haben. Dies ist im täglichen Leben sowas von hilfreich und bereichernd, dass ich in stressigen Alltagssituationen (…) diese häufig anwende und die Inhalte im Anschluss auch viel schneller abhaken kann." (…)
Zitat aus einem Erfahrungsbericht einer Traumahelferin

(…) "Oft habe ich wahrgenommen, dass er im Allgemeinen immer irgendwie auf der Hut war und sich durch Blicke versicherte, dass er sicher ist. Wahrscheinlich hätte ich das gar nicht wahrgenommen, wenn wir nicht so sensibilisiert worden wären. Die Supervisionen habe ich als absolut notwendig und äußerst hilf- und aufschlussreich empfunden." (…)
Zitat aus einem Erfahrungsbericht einer Traumahelferin

KiTrab ist eine Erste-Hilfe-Maßnahme mit einer verbindlichen Sitzungsstruktur, die eine Psychotherapie weder ersetzen kann noch soll. Das KiTrab-Konzept bietet eine große Chance, die Balance zu finden zwischen​der Stigmatisierung, dass alle Flüchtlingskinder an einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden und alle eine Therapie benötigenund der Auffassung, dass viele Kinder über ausreichende Resilienz verfügen, um selbst einen Weg aus ihrer Traumatisierung zu finden.​„Die letztendlich triviale Erkenntnis, dass Krieg, Verfolgung und Flucht für Kinder und Familien enorme Belastungen sind, bei den betroffenen Kindern Entwicklungsschäden verursachen und das Beziehungsgefüge der Familie bedrohen, (...)“ (Hubertus Adam, Trauma Jg.14 2016) erfordert fundierte, unterstützende Maßnahmen für möglichst viele Kinder bei gleichzeitigem Vertrauen in die Selbstheilungskräfte und Selbstregulierungsfähigkeit der Kinder und des Familiensystems. KiTrab setzt hier mit seinem Konzept an: die Arbeit ist konkret, praktisch, direkt umsetzbar und kann vielen Kindern einen Erfahrungsraum von Stabilität, Gesehen-Werden und Akzeptanz ermöglichen. KiTrab findet dort statt, wo die Kinder sind: in Flüchtlingsunterbringungen und Schulen.

(…) "Das ist das Meer", sagte sie zu mir und deutete auf die blaue Folie. Dann legte sie sehr konzentriert und langsam Perle für Perle ins Meer. Irgendwann hielt sie inne, schaute sie zu mir hoch und sagte: "Ich kann nicht weitermachen. Kannst du das machen?"  Ich antwortete: "Du musst auch nicht weitermachen. Du kannst tun, was du willst. Und ich bin hier." In diesem Moment spürte ich, dass etwas sehr Intensives, Wichtiges geschah zwischen uns beiden. Ich merkte, dass ich plötzlich so glücklich und froh war, dies sagen zu können, mich meiner eigenen Existenz und Wirksamkeit so grundlegend bewusst zu werden. Es war ein fast magischer Moment für mich, der gewissermaßen aus der Interaktion mit M. entstanden war und gleichermaßen wieder zurückfloss: Ich wollte sein für M. und dadurch wurde ich (mir meiner bewusst)!" (…)
Zitat aus einem Erfahrungsbericht einer Traumahelferin

Presseauftritte

Ehrenamtliche Traumahilfe für Flüchtlingskinder
WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen | 16.05.2018 

KiTrab – Ehrenamtliche Traumahilfe für Flüchtlingskinder
Domradio | 26.06.2018 

Termine

Die nächsten Traumahelfer*innen Seminare:

Ankündigungen Köln
Aachen Waldbröl
Anmeldeformular Formular

Die Termine für die nächsten KiTrab:

Köln: Aachen:
Mi. 30.1. - 3.4.2019 
Ort: n.V.

Di. 2.10. - 18.12.18  (ausschließlich 16. + 23.10.)
Di. 12.2. - 16.4. 2019
Ort: n.V. 
Di.12.3. - 28.5.2019

Ort:
Berthold Otto Schule OGS
Buschfeldstraße 46

Di. 12.3. - 28.5.2019 
Ort: n.V.